Anbetung
Gedanken zur Anbetung und Berufung
Richard Foster hat ein Buch geschrieben, da mittlerweile ein Klassiker der christlichen Literatur über alle Grenzen der evangelischen Wohnung hinweg geworden ist: Nachfolge feiern
Und in diesem Buch schreibt er auf Seite 140:
Anbeten heißt, die Wirklichkeit erfahren, dem Leben begegnen. Es bedeutet, den auferstandenen Christus mitten in der versammelten Gemeinde kennenzulernen, zu fühlen, zu erleben.
Anbetung gehörte für mich lange in das Lager abgedrehter frommer Freaks. Man hatte zwar davon gehört, aber irgendwie war einem, war mir das zu suspekt. Zu Gefühlsbetont, zu wenig was man sich verstandesmäßig erklären konnte, zu unkontrollierbar, sogar zuweilen machten solche Veranstaltungen einen extatischen Eindruck auf mich. Das einzige was mich störte: Irgendwie hatten die mehr Spass am Glauben als ich. Sie machten mehr Erfahrungen, waren ermutigter, konnten auch schlechten Gefühlen Ausdruck verleihen ohne gleich in den Verdacht zu geraten den Glauben zu verlieren.
Ich hatte mich bis dahin immer auf das verlassen, was ich verstehen konnte. Was mein Verstand umfassen konnte, habe ich auch geglaubt. Wunder und eine erlebbare Nähe Gottes mochte es zwar gegeben haben, ich fand aber meine nüchterne Glaubens-Ausgabe auch nicht schlecht. Nur war sie schrecklich langweilig und auch für mich gefährlich. Erstens drohte mir meine selbst auferlegte Langeweile meinen Glauben zu ersticken, und zweitens hatte ich zwar Jesus in mein Herz aufgenommen nur, wenn ich ehrlich war, durfte er nicht wirklich über mein Leben, mein Denken und mein handeln bestimmen.
Der Heilige Geist ist der Mittler zwischen Gott und uns. Wenn Jesus recht hat, und davon gehe ich mal schwer aus, dann stimmt es wenn Jesus in Johannesevangelium Kapitel 16 sagt das es gut ist das ER/Jesus geht und der Heilige Geist kommt:
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.
Johannes 16, 13-15
Der Heilige Geist möchte uns damit dienen, das dass was Gott uns sagen möchte, auch zu uns gelangen kann.
Als ich mich dem Heiligen Geist öffnete und begriff, das er genauso zu Gott gehört wie der Vater und der Sohn Jesus Christus, wurde aus einem schwarz/weiß Glauben ein Glaube mit unglaublich vielen Farben. Ich weiss noch, als kleines Kind hatten meine Großeltern noch einen alten Fernseher. Nur Schwarz/Weiß, kein farbiges Bild (Tja, Leute, so war das noch in den 70ern). Und was war das für ein Unterschied, als wir dann nach Hause kamen und wieder in Farbe TV schauen konnten. Das hatte was von Befreiung und echter Welt. Man wusste doch das Ernie orange war, und nicht grau.. J Der Heilige Geist führte mich dann langsam dahin, das es mir egal war, was die Leute von mir dachten. Ich wollte Gott dienen. Natürlich macht man dann auch mal Dinge, die für Aussenstehende total bescheuert wirken müssen. Einmal war ich so berührt von der Gegenwart Gottes, das ich zum ersten Mal seit meiner Kindheit wieder weinen konnte. Und zwar nicht über mich, sondern es war schon damals länger mein Wunsch, das mich Gott empfindsamer machen würde. Durch meine Vergangenheit bemerkte ich, das ich ganz schon hart in meinem herzen war, und mein Mitgefühl für andere reichte nicht sehr weit. Aber eines im Lobpreis strömte es aus mir heraus. Er gab gar keinen äußerlichen Anlass dazu die Band war ok, mir tat nichts weh und im Auge hatte ich auch nix ich spürte aber, wie Gott mein Herz weich machte, und ich heulte und heulte. Als der Godi vorbei war Goschi heulte, als ich zum Parkplatz ging Goschi heulte immer noch, auf der Fahrt nach hause jepp, wie ein Wasserfall. Erst als ich in der Wohnung ankam, wurde ich langsam trockener es blieb aber die Empfindung mit anderen Menschen Mit-zu-fühlen. Heute ist das noch so, wenn jemand etwas bewegendes aus seinem Leben erzählt, oder ein lieber Mensch etwas schönes erfährt dann muss ich immer schauen, das ich einen Taschentuch dabei hab.
Der Heilige Gesit schließt uns an Gott an, das heißt auch, das wir uns verändern, dass wir Jesus-ähnlicher, Jesusmäßiger werden. Das bedeutet für jede und jeden von uns unterschiedeliche Dinge. Wichtig ist nur: Es wird passieren wenn Du Dich dem Heiligen geist öffnest, und es wird Dich verändern.
Und so verhält es sich mit der Anbetung. Anbetung ist eine wichtige Form des Gebets, der Kommuniukation mit Gott. Und echte Kommunikation hat immer zwei Richtungen. Nicht nur wir reden in den Raum hinein, sondern Gott möchte uns ganz persönlich antworten und mit uns reden. Das ist weder etwas für fromme Freaks, noch etwa eine neue Mode. Christen haben immer schon Gott angebetet. Im gleichen Johannesevangelium steht, das wir Gott im GEIST und in der Wahrheit anbeten sollen. Seit zwei Jahrtausenden beten die Menschen Gott an, werden von Ihm berührt SOGAR IN OWL.
Die Geschichte des Sachsenführers Wittekind ist eine Geschichte wie ein ungläubiger König zu Jesus findet, und dadurch einen ganzen Landstrich verändert. Oder die Minden Ravensberger Erweckungsbewegung im 19 Jahrhundert in OWL durch so große Leute im Glauben wie Johann Henrich Volkening aus Bielefeld, Theodor Schmalenbach aus Menninghüffen oder Gottlieb Schröder aus Bünde.
Für uns heute, die wir die Musik als Mittel zur Anbetung Gottes entdeckt haben ist ein Name aus den vorrangegangenen Zeugen Christi ganz bemerkenswert:
Johannes Kuhlo.
Ihm verdanken wir das reiche Erbe der Posaunenchorarbeit in OWL. Er war es, der mit Hilfe der Musik Gott ehren wollte, und das auf eine damals zeitgemäße Art. Er trug auch den Beinamen der Posaunengeneral und war maßgeblich daran beteiligt, das sich viele Menschen durch das gemeinsame musizieren für Jesus entschieden haben. Tausende sind damals in Posaunenchören beigetreten, um noch mehr Menschen Gottes gute Botschaft musikalisch zu verkünden. Unzählige Lieder zum Lob Gottes entstammen aus seiner Feder, und er schaffte es den Leuten seiner Zeit Gott lieb zu machen. Welche ein reiches Erbe wir doch haben. Meine Berufung: Meine Berufung hat zwei Ausprägungen. Auf der einen Seite möchte ich jungen Menschen ein Handwerkszeug in die Hände geben, um fröhlich und engagiert Ihren eigenen Dienst in den Gruppen und Kreisen zu machen. Durch meine langjährige Tätigkeit als Jugendreferent in der evangelischen Kirche von Westfalen (Landeskirche) konnte ich umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Mitarbeiterschulung, sowie Mitarbeiterbegleitung erwerben, welche ich gerne weitergeben möchte. Darum ist es mir auch heute im weiterem ein wichtiges Anliegen die Anbetungsmusik, oder modern ausgesprochen Worship, in OWL weiter zu tragen, Leute zu ermutigen, junge Menschen und Gruppen zu schulen und zu ermutigen, damit auch in den eignen Gemeinden, in den Kirchen und CVJM`s sein Lob an Raum gewinnt. Wir sind nicht für uns selber hier, sondern damit wir selber zu Gott finden können durch die Anbetung und andere Menschen mitgenommen werden in seine Gegenwart.
Das ist eine wichtige Erfahrung des FeierAbends, das viele Menschen bei uns zum ersten mal mit dem liebenden und heilenden Gott in Berührung kamen und kommen und was kann besser sein als das alte Philippus-Prinzip: Komm und sieh !!!
